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Die Sieger des 19. SCHLINGEL stehen fest

17.10.14

Besucherrekord: Chemnitzer Filmfestival lockte etwa 15.500 Zuschauer ins Kino Preise für internationale Produktionen gehen nach Finnland, Indien und Norwegen Mit der feierlichen Preisverleihung am Samstagabend erlebte das Internationale Filmfestival für Kinder und junges Publikum SCHLINGEL einen weiteren Höhepunkt. Zehn Jurys hatten eine Woche lang die Qual der Wahl, ihre Favoriten zu bestimmen.

Zu sehen waren 136 Produktionen aus 50 Ländern. Insgesamt wurden 13 Preise im Wert von rund 35.000 Euro vergeben.


S | KINDERFILMWETTBEWERB

Die 16-köpfige Europäische Kinderjury aus acht europäischen Staaten (u.a. aus Dänemark, Frankreich, Schweden und Ungarn) verleiht den Europäischen Kinderfilmpreis der sächsischen Kunstministerin (5.000 Euro), ausgelobt vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, für den besten Kinderfilm an:

„Ricky Rapper und der schlaue Leonard”
Finnland / 2014
Regie: Timo Koivusalo

Begründung: Der von uns ausgewählte Film ist ein amüsanter Familienfilm für Klein und Groß. Mit allerlei witzigen Verkleidungsaktionen hat uns der liebenswürdige Schauspieler immer wieder zum Lachen gebracht. Auch die Filmmusik fanden wir sehr passend. Insgesamt zeigt der Film, wie wichtig Familie, Freunde und Zusammenhalt sind.

Lobende Erwähnung: Land der Guten Kinder (Olga Kaptur, Russland / Deutschland 2013)


Den „DIAMANT“ – ein Fahrrad der Diamant-Fahrradwerke Hartmannsdorf in Sachsen – als Preis für den besten Kinderdarsteller erhält:

Samuel Shipway („Ricky Rapper und der schlaue Leonard“)
Finnland / 2014
Regie: Timo Koivusalo

Begründung: Der beste Kinderdarsteller ist ein Junge, der uns durch seine lustige, coole Art von Anfang an begeistert hat. Besonders faszinierend fanden wir dabei seine glaubwürdige Darstellung sowie den Ideenreichtum, mit dem er seine Vaterfiguren verjagt hat.


Die sechsköpfige Fachjury Spielfilm International (Gisela Clauß, SLM / Simon Hesse, Filmproduzent / Jens Opatz, Redakteur / Dr. Astrid Plenk, Redaktionsleiterin / Katrin Voigt, amtierende Leiterin Kulturbüro Chemnitz / Britta Wilkening-Barnsteiner, barnsteiner-film) verleiht den Hauptpreis der Stadt Chemnitz und des Mitteldeutschen Rundfunks (11.000 Euro) für den besten Kinderfilm an:

„Karsten und Petra in den Winterferien“
Norwegen / 2014
Regie: Arne Lindtner Næss

Begründung: Der Film erzählt glaubwürdig und mit viel Fantasie eine große Freundschafts-geschichte, die das Publikum der jüngeren Kinder klar im Fokus hat und punktgenau anspricht. Trotzdem bietet das interessante Figurenensemble des Films mit Karstens pubertierender Schwester, Petras verträumt-eigensinnigen als auch liebevollen Großeltern eine Ansprechhaltung, die auch ältere Kinder nicht ausschließt und letztlich viel Spaß für die ganze Familie generations-übergreifend anbietet. Mit dem Blick zu liebevollen und detailverliebten Gestaltungsmöglichkeiten wie beispielsweise den beiden Kuscheltieren Hase und Löwe verliert der Regisseur Arne Lindner nie die beiden Hauptfiguren Karsten und Petra aus den Augen, nimmt Sie in ihrem Denken und Tun ernst. Besonders die Figur von Karsten, im Glauben, dass sich seine Eltern trennen könnten, durchlebt eine Entwicklung, die dicht an der Lebenswelt jüngerer Kinder agiert. Der Film gibt Kindern Kraft, mit Niederlagen umzugehen, vermittelt Mut, die eigenen Stärken und Schwächen herauszufinden, immer nach vorn zu schauen und vor allem in die Kraft der Freundschaft zu investieren.

Lobende Erwähnung: „Die Nachtigall“ (Philippe Muyl, Frankreich / China 2013)


M | JUNIORFILMWETTBEWERB

Die Fachjury Spielfilm International verleiht den Hauptpreis der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien SLM (4.000 Euro) für den besten Juniorfilm an:

„Acht Räder für einen Traum“
Indien / 2014
Regie: Amole Gupte

Begründung: Arjun ist ein Kind aus ärmsten, indischen Verhältnissen. Als Servierboy eines Teestandes beobachtet er abends staunend und zum ersten Mal in seinem Leben Kinder auf „fahrenden Schuhen“- also Inlineskates. Das will er auch können!!!
Mit Hilfe seiner Freunde und eines Automechanikers bauen sie aus Schrott zwei komplett verschiedene, viel zu schwere, eiserne Rollerblades – die „fliegenden Räder“. Damit übt er jede Nacht, bis er sich traut, den berühmten Trainer Bhargava anzusprechen.
Der wiederum erkennt Arjuns Talent und fördert ihn.
Der Film ist ein Märchen in einer knallharten, hyperrealen Welt. In wundervoll farbigen, perfekt komponierten Bildern schafft es Regisseur Amole Gupte das Schicksal eines indischen Slumkindes, seiner Freunde und der Verwirklichung eines an sich unmöglichen Traumes, zu erzählen. Das alleine wäre vielleicht noch nichts Besonderes, aber dieser Film durchbricht unsere europäisch geprägten Sehgewohnheiten und emotionalen Grenzen und rührt ganz tief an.
Beeindruckend ist dabei die grundpositive Haltung des Filmemachers seiner Geschichte und seinen Figuren gegenüber. ACHT RÄDER FÜR EINEN TRAUM ist richtig großes Kino! Er hat uns gefreut, überrascht, zum Nachdenken gebracht und emotional gepackt!
Deshalb geben wir diesem Film den Hauptpreis!

Lobende Erwähnung: „Benimm dich!“ (Ernesto Daranas Serrano / Kuba 2014)

Lobende Erwähnung: Schauspielerische Leistung von Joes Brauers („Das große Geheimnis“ / Benelux 2014)


Die sechsköpfige Juniorjury verleiht den Juniorfilmpreis für den besten Juniorfilm an:

„Benimm dich!”
Kuba / 2014
Regie: Ernesto Daranas Serrano

Begründung: Alle Filme waren spannend und unterhaltsam und vermittelten uns Einblicke in andere Kulturen. Wir haben viel Interessantes über den Alltag von Kindern aus diesen Ländern erfahren.
Besonders beeindruckt hat uns ein Film, in dem ein Junge in schwierigen Verhältnissen lernt, Verantwortung für sich und seine Mutter zu übernehmen. Zwischen Chala und seiner erfahrenen Lehrerin Carmela entwickelt sich eine besondere Beziehung weil Carmela den Glauben an den Jungen nie aufgibt. Dieser Film zeigte uns, dass Verantwortung, Respekt, Zusammenhalt und Freundschaft wichtig sind.


L | JUGENDFILMWETTBEWERB

Die fünfköpfige Jugendjury verleiht den Jugendfilmpreis (1.000 Euro) für den besten Jugendfilm an:

„Han Gong-ju“
Südkorea / 2013
Regie: Lee Su-jin

Begründung: Gong-jus Gesang klingt wie der eines Mädchens, das großen Kummer erfahren hat. Die Gruppenvergewaltigung Minderjähriger, ein eigentliches Tabuthema, wird in einer fesselnden Komplexität aus Sicht des Opfers Han Gong-Ju reflektiert. Sie bekommt dabei kaum Rückhalt von ihren Eltern oder der Justiz und muss in einer neuen Umgebung versuchen, Fuß zu fassen, wird dabei allerdings ständig von ihrer Vergangenheit eingeholt.
Die vielen unterschiedlichen Zusammenhänge, die sich am Ende zu einem gigantischen Gesamtbild erschließen, gipfelten für uns in dem Verlangen, den Film erneut zu sehen. Es ist ein Film, der nachhaltig zum Nachdenken anregt und durch seine Aktualität überzeugt.

Lobende Erwähnung: „Die Exkursion“ (Audrius Juzenas / Litauen 2013)


D | BLICKPUNKT DEUTSCHLAND

Der Förderpreis der DEFA-Stiftung (4.000 Euro) geht an:

„und morgen mittag bin ich tot“
Deutschland / 2013
Regie: Frederik Steiner

Begründung: Freitag, 17. Oktober 2014, Überschrift in der "Freien Presse – Chemnitzer Zeitung": "Politiker wollen Ärzten Sterbehilfe für unheilbar Kranke erlauben".
Die DEFA-Stiftung zeichnet einen Film dieses Festivals aus, der sich einem Thema widmet, welches bisher in der Gesellschaft noch weitgehend von Tabus geprägt ist. Der hier gezeigte Film bekennt sich zu kontrolliertem Sterben, zur Chance auf Selbstbestimmung bis in den Tod; es ist ein Film über Schmerz, Qual, aber auch über Liebe und das Loslassen.
Es ist ein Drama von tragischer Tiefe, voller Menschlichkeit, ein Plädoyer für die Freiheit des Einzelnen. Erwähnt sei nicht zuletzt das herausragende Spiel der Darsteller, vor allem das der jungen Liv Lisa Fries. Der Förderpreis der DEFA-Stiftung in Höhe von 4.000 Euro geht an "und morgen mittag bin ich tot". Danke Frederik Steiner für diesen Film!


Zum dritten Mal zeichnet das Goethe-Institut einen Spielfilm in der Kategorie mit dem Jugend- und Kinderfilmpreis des Goethe-Instituts aus. Er geht an:

„Rico, Oskar und die Tieferschatten“
Deutschland 2014
Regie: Neele Leana Vollmar

Begründung: Humorvoll, authentisch, menschlich und packend bis zum Schluss – die Geschichte einer Freundschaft zweier Berliner Jungs, die gegensätzlicher nicht sein könnten, zeigt uns, wie zwanglos deutsches Kino funktionieren kann, ohne dabei kitschig zu wirken.
Andreas Steinhöfel lieferte mit seinem preisgekrönten Kinderbuch die Steilvorlage für Neele Leana Vollmars Adaption und filmischer Vollendung. Kinder auf abenteuerlicher Verbrecherjagd, in einem glaubwürdigen sozialen Umfeld: Durch die überzeugende Wahl der Nebenrollen und des Schauplatzes Dieffenbachstraße 93 ist diese Produktion ein rundum stimmiges Filmerlebnis.
Ästhetik, Dialog, Kamera oder Schnitt - in seinem Gesamtpaket ist er ein würdiger Träger des Goethe-Preises 2014. Dieser ist mit einem Ankauf des Films sowie seiner weltweiten Ausstrahlung durch das Goethe-Institut verbunden.


XS | KURZ- UND ANIMATIONSFILMWETTBEWERB

Die dreiköpfige Fachjury Kurz- und Animationsfilm verleiht den Kurz- und Animationsfilmpreis (500 Euro, in Kooperation mit dem Filmverband Sachsen) an:

„Looks“
Deutschland / 2014
Regie: Susann Hoffmann

Begründung: Eine tierische Geschichte, die viel über das menschliche Verhalten sagt: darüber, wie man Freunde findet und wie Freundschaft funktioniert und darüber, dass nicht alle Menschen gleich sind, sondern gerade ihre Unterschiede das Spannende sind. Mit leichtem Tuschestrich und minimalen Mitteln gelingt es, die Komplexität des menschlichen Miteinanders sichtbar zu machen.


WEITERE PREISE

Den ECFA-Preis der Europäischen Kinderfilmvereinigung ECFA erhält:

„Mädchenbande“
Frankreich / 2014
Regie: Céline Sciamma


Zum zweiten Mal in der Festivalgeschichte verleiht die FIPRESCI-Jury den Preis der FIPRESCI-Jury. Er geht an:

„Benimm dich!“
Kuba / 2014
Regie: Ernesto Daranas Serrano

Begründung: Der Internationale Kritikerpreis geht an eine herausragende Story, die so real, so wahr und authentisch ist und die Charaktere porträtiert, die wir kennen und lieben lernen. Besonders zu betonen ist der großartige Cast.


Der wettbewerbsübergreifende Lichtenauer Publikumspreis der Lichtenauer Mineralquellen GmbH, gewählt von den Besuchern der Festivalwoche, geht an:

„Vergiss mich nicht“
Usbekistan / 2013
Regie: Kamara Kamalova


Die Schülerinnen und Schüler des Matthes-Enderlein-Gymnasiums Zwönitz vergeben den Fair-Play-Preis für besonderes Engagement für Probleme Jugendlicher an:

„Eine Nacht in Oslo“
Norwegen / 2014
Regie: Eirik Svensson

Begründung: Den Fair Play Preis erhält der Film, der die Probleme Jugendlicher aufgreift und realistisch umsetzt, der Fragen aufwirft, der uns über unser eigenes Verhalten nachdenken lässt und uns zeigt, wie man leben soll. Oder eben auch nicht. Wir sind der Meinung diese Kriterien wurden im Film „Eine Nacht in Oslo“ von Eirik Svensson, am Besten umgesetzt. Es geht um die Freundschaft von Sam und Amir, welche viele Hürden überwinden muss und damit auf eine harte Probe gestellt wird. Uns wurde klar, dass Freundschaft nicht blinder Gehorsam sein kann, sondern, dass Freundschaft auf Ehrlichkeit beruht, auch wenn die Wahrheit weh tut. Gut nachvollziehbar war für uns Amirs Verhalten. Wer nimmt schon hin, dass der beste Freund  mit der Ex, die man immer noch  liebt, etwas anfängt? Ich würde auch ausrasten! So einen Freund wie Sam hätte ich auch gern, der immer zu mir steht, der mich verteidigt, dem es nicht gleichgültig ist, wie es mir geht.
Auch wenn uns das Geschehen am Vorabend des Nationalfeiertags in Norwegen, Theas Party, etwas übertrieben erscheint, wissen wir doch, dass auch bei uns Jugendliche sich so betrinken, dass sie nicht mehr in der Lage sind, klar zu denken.
Der Film wirft viele Probleme auf, stellt Fragen. Jeder muss selbst seine Antworten finden, um sein Leben zu meistern, deshalb vergeben wir den Fair Play Preis zum 19. Internationalen Filmfestival Schlingel an den Film „Eine Nacht in Oslo“.


Mit dem Ehrenschlingel für sein Engagement um den deutschen Kinder- und Jugendfilm wurde bereits am 14.10.2014 der Regisseur Arend Agthe geehrt.
Nach dem Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik in Marburg und Frankfurt am Main realisiert Arend Agthe zahlreiche satirische Kurzfilme im Rahmen der „Gruppe Arnold Hau“. Als „Kurzfilmvorgebildeter“ kommt er zum Kinderfernsehen, arbeitet für die „Sesamstraße“, fürs „Sandmännchen“ und ab 1979 für die Sendung „Löwenzahn“. 1983 entsteht sein erster Kinofilm für das junge Publikum: „Flussfahrt mit Huhn“. Darin sind vier selbstbewusste, freiheitsliebende Kinder und ein Huhn in eine Verfolgungsjagd per Boot verwickelt. Träume verwirklichen, sich ausprobieren, an Grenzen gehen, schwierige Situationen meistern und daran wachsen – darum geht es immer wieder in seinen Filmen, ob „Küken für Kairo“ (1985), „Der Sommer des Falken“ (1987) oder „Karakum“ aus dem Jahr 1993. Danach arbeitet er hauptsächlich für erwachsene Zuschauer, zwanzig Jahre lang. Und nun, im Herbst 2014? Da ist Arend Agthe schwer beschäftigt – mit der Postproduktion seines neuen Kinderfilms „Rettet Raffi“, der dem jungen Publikum sicher wieder ein aufregendes Kinoabenteuer bescheren wird!

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